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Libba Bray - Gemmas Visionen

Libba Bray
Gemmas Visionen
Der geheime Zirkel Band 1

Jumbo, 2007
Anzahl CDs: 4
Laufzeit in Minuten 330
gekürzte Lesung

Lesealter: ueber 12

Sprecher: Julia Nachtmann

Leseprobe 1 (pdf, 0.1 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 2.2 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 8.1 MB)

Bestellen bei amazon.de

Mesmerisierend

Libba Bray - Gemmas Visionen

Gemma ist stinksauer – statt eine Schule in London besuchen zu dürfen, steckt sie in Indien auf einer miesen kleinen „Schule für höhere Töchter“ fest. Ihre Mutter weigert sich vehement, sie in ihr Heimatland abreisen zu lassen. Dann geschieht eine Katastrophe, in deren Folge sie nach London muss: ihre Mutter wird ermordet – die offizielle Version lautet, sie sei an der Cholera gestorben.
In London angekommen, besucht sie die Spence-Akademie. Zuerst gilt sie hier als Außenseiterin und als willkommenes Ziel erniedrigender Scherze und Demütigungen. Doch als sie dann ein geheimnisvolles Tagebuch findet, verändert sich für sie alles.

„Der geheimnisvolle Zirkel“ spielt im viktorianischen England. Wer aber nun eine Neuauflage von „Anne auf Green Gables“ erwartet, wird enttäuscht; genauso wie umgekehrt diejenigen erleichtert aufatmen werden, die genau dies befürchteten.

Vier Mädchen, wie sie ungleicher nicht sein können, bilden zunächst eine Zwangsgemeinschaft. Diese wandelt sich erst langsam zu einer Freundschaft, bei der Jede für die Andere durch Dick und Dünn gehen würde. Gemma, Ann, Pippa und Felicity repräsentieren jeweils einen zur Jahrhundertwende existierenden Frauentypus: Gemma ist Rebellin und Freigeist; Felicity Verfechterin des Einklangs von Natur und Mensch; Pippa die Romantikerin, die auf ihren Prinzen wartet und sich nicht dagegen wehren kann, mit einem viel älteren Mann verheiratet zu werden; Ann die unterwürfige Stipendiatin von niedrigem, gesellschaftlichen Stand. Doch eines haben sie alle gemeinsam: auf irgendeine Weise sind sie alle beschädigt.

Schwerer Anfang

„Der Geheime Zirkel“ fängt an wie eine x-beliebige Teenager-Geschichte. Nur mit dem Unterschied, dass diese Ende des 19. Jahrhunderts spielt. In der Eröffnungsszene streiten sich Mutter und trotzige, pubertierende Tochter. Die Lesung von Julia Nachtmann fängt jedoch nur die Aggressionen ein, der schmollmundige Trotz kommt nicht zur Geltung. Ähnlich langmütig dann der obligatorisch bösartige Empfang „Der Neuen“ im englischen Internat; auch hier trifft Julia Nachtmann nicht exakt die Tonlage, welche der Text vorgibt. Ein paar Minuten später im Hoerbuch muss Gemma ihr erstes Abenteuer bestreiten und ab hier geht’s, deutlich hoerbar, aufwärts; und dies sowohl auf den Handlungsverlauf als auch auf den treffenden Ton gemünzt. Die Handlung kippt vom Teenagerdrama in eine spannende Geschichte, die keltische Mystik, Kriminalroman und viktorianisches Sittenbild perfekt mischt. Im Verlauf der kurzweiligen Geschichte öffnen sich die Mädchen immer mehr und legen ihren „wahren“ Charakter bloß. Diese Wandlungen werden von Julia Nachtmann sehr glaubhaft verbal unterlegt und subtil vollzogen. Es gibt keinen plötzlichen Sprung der Intonation von der ersten zur vierten CD. Wenn man jedoch zwei Tracks der jeweiligen CDs nebeneinander anhört, wird man die ausdrucksstarke, doch zart vollzogene Änderung bemerken und zu schätzen wissen. Wie von einer professionellen Sprecherin zu erwarten, verleiht sie den spannenden Stellen mehr Dynamik, taucht die Mystischen in ein geheimnisvolles Zwielicht. Der erste Höhepunkt der Lesung ist die Stelle, an der die vier Mädchen erstmals das Magische Reich betreten und glücklich wie kleine Kinder umhertollen – endlich frei, ohne Konventionen, ohne Anstandsdamen. Als wäre auch Julia Nachtmann von imaginären Fesseln befreut, trumpft sie hier auf und steigert sich bis fast zum jubilieren.

Irreführender Titel und Klappentext

Es ist bedauerlich, dass sowohl der deutsche Titel als auch der Klappentext nur die halbe Wahrheit über den Inhalt dieses hervorragenden Hoerbuches Preis gibt. So wird der irrige Eindruck erweckt, es handele sich „nur“ um einen weiteren Phantasyroman, der halt um die Jahrhundertwende angesetzt ist. Tatsächlich geht der Roman wesentlich weiter. Neben englischem Aberglauben spielt auch der zaghaft aufkeimende Feminismus eine Rolle. Im viktorianischen Zeitalter sollten Frauen nicht denken, sondern nur ihre ehelichen und gesellschaftlichen Pflichten erfüllen. Eine der Erzieherinnen setzt sich hier, allerdings sehr vorsichtig, dafür ein, ihren Schülerinnen auch ein anderes Leben zu zeigen und fordert sie auf, sich in der Bibliothek Wissen anzueignen. Nur in der freien Magischen Welt lernen die Mädchen, ihre Stärken und Schwächen kennen und nutzen; und den Wert einer Freundschaft zu schätzen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

England im 19. Jahrhundert: Die 16-jährige Gemma wird auf der "Spence-Akademie" zur heiratsfähigen jungen Dame erzogen. Um dem strengen Schulalltag zu entkommen, gründet sie mit ihren Freundinnen einen geheimen Zirkel. Als die Mädchen das Tagebuch einer ehemaligen Schülerin finden und darin lesen, wird Gemma von unerklärlichen Visionen heimgesucht. Und die scheinen mit dem ausgebrannten Ostflügel des Internats zusammen zu hängen ...
Die junge Schauspielerin und Boy-Gobert-Preisträgerin Julia Nachtmann erzählt lebendig von Gemmas Leben in dem Internat und jagt ihren Zuhörern eine Gänsehaut über den Rücken.

Das gleichnamige Buch ist im Deutschen Taschenbuch Verlag erschienen.


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