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Hennig Boetius - Troll Minigoll von Trollba

Hennig Boetius
Troll Minigoll von Trollba


Baumhaus Verlag, 2006
Anzahl CDs: 4
Laufzeit in Minuten: 280
gekürzte Lesefassung

Lesealter: bis 10

Sprecher: Henning Boetius


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Eines der besten Kinderhörbücher der letzten Zeit

Hennig Boetius - Troll Minigoll von Trollba

Troll Minigoll von Trollba sieht aus wie ein Golfball: klein, weiß und rund ist seine Tagesgestalt. Denn Trolle erwachen nur nachts zum Leben und nehmen dann eine menschenähnliche Gestalt an. Die Insel Trollba ist seine und die Heimat vieler weiterer Trolle, die bisher in friedlicher Eintracht zusammenleben. Einen besonderen Spaß machen sich Trolle daraus, Menschen zu erschrecken und so ist die Freude groß, als in der Nähe eine Familie ihr Zelt aufschlägt. Doch dummerweise wird Minigoll in seiner Steinform mit eingepackt, als diese nach Hause fahren. Dort erlebt er merkwürdige Dinge, sitzen die Menschen doch täglich stundenlang vor einem viereckigen Kasten, in dem „kleine Schreimenschen“ ihr Unwesen treiben. Vielleicht ist dieser der Anführer der Menschen, der diesen Befehle erteilt?


Lange hält es Minigoll dort nicht aus und macht sich auf den beschwerlichen und langen Rückweg. Endlich dort angekommen, erfährt er Schreckliches: in seiner Abwesenheit hat es einen Umsturz gegeben. Der junge Schiefertroll Ecke wollte sich nicht länger „von den Alten rumkommandieren“ lassen, hat die Macht an sich gerissen und alle, die sich ihm widersetzen, gefangen genommen. Unter diesen befinden sich auch Minigolls Eltern und seine große Liebe Tannja. Können Minigoll und seine Freunde die Verschleppten befreien und Ecke in die Schranken weisen?

Dies ist der rote Faden, der Henning Boetius sagenhafte Geschichte „Troll Minigoll von Trollba“ durchzieht. Daneben gibt es noch zahlreiche Anekdoten und Episoden, die meist Minigolls neue Freunde betreffen. Beispielsweise Ex-Pirat Teeboller. Dieser ist im Besitz einer Schatzkarte und segelt nun mit seinem Freund Spiere in die Karibik, um den Schatz zu heben. Dort angekommen stellen sie fest, dass die Schatzkarte veraltet ist, denn „aus dem Hexenzopf ist eine Ferienwohnung geworden; aus dem Tal der Knochen ein Vergnügungspark und die Himmelsplanke ist inzwischen ein Tennisplatz.“

La Paloma oder Eine Ode an den Holzwurm

Autorenlesungen sind häufig ein Zweischneidiges Schwert. Doch das Henning Boetius sein Buch selber präsentiert, ist ein wahrer Glücksfall. Seine dunkle, sonore, brummelnd raue Stimme erinnert an einen geschichtenerzählenden Seebären. Dabei behält sie eine wunderbare Klarheit, so dass auch kleinste Nuancen des Vortrages verständlich bleiben. Die verschiedenen Charaktere belegt er mit unterschiedlichen und klar unterscheidbaren Stimmen, so dass auch jugendliche Hörer kein Problem haben werden, diese auch ohne ständige und störende Namensnennung wieder zu erkennen. Als weiteres fällt auf, dass er dabei gleich eine Art „verbale Wertung“ vornimmt; positiv und für die Identifikation geeignete Figuren haben auch einen angenehmen Klang; für „die Anderen“ gilt genau das Gegenteil. Auch vor Sangeskunst schreckt Boetius nicht zurück. Doch ist dies beileibe kein Grund, vor dem Hörbuch zurück zu schrecken. Obwohl in der Literatur Klischees als verpönt gelten, benutzt der Troubadour Boetius eines auf meisterliche Weise: seine Singstimme klingt genauso, wie man sich die eines auf Landgang befindenden, versoffenen, tabakspuckenden Matrosen nach einer durchzechten Nacht vorstellt.

Doch Boetius hat hier nicht nur eines der besten Kinderhörbücher der letzten Zeit vorgelegt, sondern nutzt sein schriftstellerisches Talent gekonnt dazu, auch unbequeme Themen anzusprechen wie folgendes Beispiel zeigen soll: Der „Diktator“ Ecke lässt seine Armee im Stechschritt marschieren und verhängt drakonische Strafen für nonkonformes Verhalten wie „notorische Friedfertigkeit“ oder lässt Bücher verbrennen.

Dabei wird diese Gesellschaftskritik perfekt und wie nebenbei geäußert. Dies führt mit Sicherheit zu keinem Lerneffekt. Aber so wie steter Tropfen den Stein höhlt und kleine Steinchen zu prächtigen Mosaiken zusammen gefügt werden, so geben selbst kleine Denkanstösse oft den Ausschlag für ein Umdenken – und so kann man hoffen, dass gerade bei unseren weitestgehend vorurteilsfreien Kindern solche in unterhaltsamer Form präsentierten ethisch-moralischen Grundsätze auf fruchtbaren Boden fallen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Troll Minigoll ist ein kleiner Steintroll. Er lebt mit dem Volk der Trolle – zu ihnen gehören Steine, Kiefern, Tannen, Birken und Schiefer – friedlich in der bizarr-phantastischen Welt auf der Insel Trollba. Tagsüber stille Natur, erwachen sie nachts zu munterem Leben. Ihr Hauptfach in der Schule heißt: Furchteinflößen.

Eines Tages wird Minigoll gegen seinen Willen in die Fremde zu den Menschen verschleppt und lernt deren sonderbare Gewohnheiten und merkwürdige Gedanken kennen. Mit Hilfe seiner neuen Freunde Jonny Albatros und Charlie Schnitzmesser gelingt ihm die abenteuerliche Rückkehr in seine Heimat. Dort hat sein alter Gegenspieler, der junge Schiefertroll Ecke, einen Krieg gegen die alteingesessenen Trolle angezettelt und sie trotz heftiger Gegenwehr gefangen genommen. Darunter ist auch seine große Liebe, die Kiefer Tannja. Minigoll und seine Gefährten, zu denen bald auch der Pirat im Ruhestand, Kapitän Teeboller, und dessen Papagei Flint gehören, versuchen sie zu befreien.

Wird es ihnen gelingen? Werden sie die kriegerischen Schiefertrolle besiegen? Werden die Trolle auf Minigolls Heimatinsel wieder in Frieden leben?

Extrem unterhaltsames, poetisches und üppig mit Wissen gefülltes Lesevergnügen für Kinder und Erwachsene mit zahlreichen philosophischen, ethischen und naturwissenschaftlichen Betrachtungen!

Wer mit Endes „Jim Knopf“ groß geworden ist und Tolkiens „Herr der Ringe“ mag, der wird an Boëtius’„Troll Minigoll“ nicht vorbeikommen.



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