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Jenny-Mai Nuyen - Nocturna

Jenny-Mai Nuyen
Nocturna
Die Nacht der gestohlenen Schatten

Random House Audio, 2007
Anzahl CDs 6
Laufzeit in Minuten: 420
gekürzte Lesung

Lesealter: ueber 12

Sprecher: Anna Thalbach

Leseprobe 1 (pdf, 0.2 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 1.9 MB)

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Du hast doch einen Schatten!

Jenny-Mai Nuyen - Nocturna

Apolonia Magdalena Spiegelgold ist ein verwöhnte Göre. Das ändert sich auch nicht, als ihre Mutter unter tragischen Umständen ums Leben kommt und ihr Vater im Wahnsinn versinkt. Sie ist nun auf Gedeih und Verderb der Mildtätigkeit ihrer ungeliebten Verwandtschaft ausgeliefert. Einziger Lichtblick in dieser Misere ist ihre Amme Trude – und Apolonias Fähigkeit, sich mit Tieren verständigen zu können.

Jenny-Mai Nuyens dritter Roman ist, sowohl literarisch als auch inhaltlich, ein deutlicher Rückschritt im direkten Vergleich mit ihrem furiosen Debütroman „Nijura“. Dies liegt an verschiedenen Faktoren. Zunächst ist da zu erwähnen, dass das gesamte Buch nicht wie aus einem Guss wirkt. Beim Lesen hat man den Eindruck, als ob einzelne Kapitel nachträglich in das Buch eingefügt worden wären bzw. vor oder nach der Fertigstellung des Manuskripts erstellt wurden. Die typisch deutsche Macke, nur ja nicht in einigen aufeinander folgenden Sätzen für ein und den selben Gegenstand das gleiche Nomen zu verwenden, führt in diesem Roman zu einigen irritierenden Wortschöpfungen. Diese sind teils dermaßen krude, dass man so intensiv an diesen hängen bleibt, nur um zu überlegen, was, zum Teufel, hier eigentlich gemeint ist. Dadurch wird gelegentlich der gesamte Spannungsbogen unterbrochen. Beispielsweise treffen sich zwei Protagonisten in einem Café, aus dem dann kurze Zeit später ein „Gebäckladen“ wird.

Auch bei Story, Pro- und Antagonisten beweißt die Autorin diesmal kein glückliches Händchen. Die Hauptpersonen sind zunächst drei Jugendliche: die Zicke Apolonia, der Dieb Tigwid und der unsterbliche Vampa. Gerade mit der Erarbeitung von Apolonia lässt sich Jenny-Mai Nuyen viel zu viel Zeit. Schon nach ein paar kurzen Seiten ist die Figur ausreichend gezeichnet – fast jeder kennt ja nun in irgendeiner Weise Aschenputtel und/oder ähnliche Märchen und nichts anderes als ein solches ist Apolonia.. Tigwid ist zu sehr an einen dickenschen Oliver Twist angelehnt. Hier muss man leider sagen, dass der Versuch einer literarische Annäherung an dieses Vorbild völlig misslingt und Tigwid allenfalls als lächerlicher Taschendieb-Casanova durchgeht. Es ist müßig, näher auf die Figur Vampa einzugehen; allein das Attribut „unsterblich“ und der Name Vamp(ir)a erklärt alles.

Völlig misslungen wirken die Figuren der ermittelnden Polizisten: Inspektor Bassar, ein Ausbund an Tugendhaftigkeit. Mit dieser ist es allerdings dann doch nicht so ganz weit her. Die begehrlichen Blicke, die er ständig auf Betty Mebb, der Quotenfrau unter den Kommissaren und einer wagnerschen Walküre gleich, sind nicht ganz so züchtig. Der dritte im Bunde ist der arrogante, dämliche Kollege Fiz Soglio, der sich ständig in unqualifizierten Bemerkungen ergeht. Den die Polizisten betreffenden Handlungsstrang hätte man problemlos weglassen oder aber, gegenteilig, sinnvoll in die Geschichte integrieren sollen. So wirkt dieser nur lästig, spannungstötend und notgedrungen eingesponnen.

Anna Thalbachs eigenwillige Interpretation des Klassikers „Hallo Mister Gott, hier spricht Anna“ von Fynn wurde zu Recht einhellig von Kritik und Hoerern ob ihrer grandiosen Performance gelobt. Einen gewissen Prozentsatz des Lobes, den man jedoch nicht zu hoch ansetzen sollte, wie zahlreiche Produktionen beweisen, bei denen die Hoerbuchproduktion/Sprecherleistung auch, und gerade, mittelmäßiger Titel interessante Ergebnisse zeitigen, gebührt der literarischen Qualität der Buchvorlage. Bei Jenny-Mai Nuyens neuem Roman „Nocturna“ schafft es auch eine Kämpferin wie Anna Thalbach nicht, durch Betonung der Stärken des Buches die Schwächen auszugleichen. Man muss bei der Beurteilung des Hoerbuches auch zu Bedenken geben, dass ein Teil der Schwächen der Buchvorlage durch gekonnte Kürzungen ausgeglichen werden. So verwundert es nicht, dass im direkten Vergleich zwischen Buch/Hoerbuch das Hoerbuch mit deutlichem Vorsprung als Sieger durchs Ziel geht und zumindest einen mittleren Platz im Phantasygenre erringen kann. An die derzeitigen Toptitel des Genres wie Kai Meyers Wolkenvolk-Trilogie kann es beileibe nicht heran reichen.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

Der neue spektakuläre Roman von Fantasy-Shootingstar Jenny-Mai Nuyen

Die Macht des Geheimbundes Nocturna ist grenzenlos. Dessen Mitglieder stehlen die Erinnerungen der gewöhnlichen Menschen und halten ihre Opfer in magischen Büchern gefangen. Nur drei Menschen wagen es, sich dem Geheimbund entgegenzustellen: ein Junge, der nicht sterben kann – ein Mädchen, das auf Rache sinnt – ein Dieb, dem man das Glück geraubt hat. Die Entscheidung fällt in der Nacht der gestohlenen Schatten.



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