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Graham Gardner, Alexandra Ernst - Im Schatten der Wächter

Graham Gardner, Alexandra Ernst
Im Schatten der Wächter
Im Verlag CBT Randomhouse 2007 als Printausgabe erschienen

Hörbuch Hamburg, 2007
Anzahl CDs 5
Laufzeit in Minuten: 351
ungekürzte Lesung

Booklet
- Infogehalt: Durchschnittlich
- Besonderheiten: Klappentext erzählt zuviel von der Geschichte


Lesealter: ueber 12

Sprecher: Andreas Pietschmann

Leseprobe 1 (pdf, 0.2 MB)

Hoerprobe 1 (mp3, 0.6 MB)
Hoerprobe 2 (mp3, 1.8 MB)
Hoerprobe 3 (mp3, 0.5 MB)
Hoerprobe 4 (mp3, 1.2 MB)

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Maskenbildner

Graham Gardner, Alexandra Ernst - Im Schatten der Wächter

Elliot war einer der Loser an seiner Schule. Hänseleien, Beleidigungen, hier und da ein „harmloser“ Knuff in die Rippen. Er lernte daraus. Versuchte, sich unsichtbar zu machen und glaubte, dadurch den Gemeinheiten entgehen zu können. Doch das Gegenteil war der Fall. Wie Hyänen das Aas rochen seine Peiniger seine Angst, seine Unfähigkeit, etwas gegen „sie“ zu unternehmen. Und eines Tages stellten sie ihn an einem absolut verlassenen Ort. Hier stand er nun, im wahrsten Sinne des Wortes mit dem Rücken zur Wand und er wusste: Jetzt würde er sterben!

Mit diesem Prolog beginnt Graham Gardners „Im Schatten der Wächter“. Doch Elliot scheint, im Gegensatz zu seiner Prophezeiung, überlebt zu haben. Gardner lässt den Hoerer wieder in Elliot Leben einsteigen, nachdem seine Familie umgezogen ist. Damit ist auch ein Schulwechsel verbunden: zum Holminster Gymnasium. Verzweifelt zermartert er sich sein Gehirn, wie er verhindern kann, wieder zum hilflosen Opfer zu werden. Er entwickelt eine Strategie, die aufzugehen scheint. Er bewirbt sich in der Schwimmmannschaft und hat Glück: er schafft es, in das Schulteam aufgenommen zu werden. Er ist aufgenommen in die Gemeinschaft; positiv aufgefallen auf die richtige Weise. 

Einige Tage später wird Elliot von Oliver angesprochen, dem einzigen Schüler, der Elliot am ersten Schultag mit Handschlag begrüßt hat; doch damals erschien ihm diese Geste mehr eine Prüfung denn eine freundliche Geste.
Diesmal klärt Oliver ihn über die wahren Machtverhältnisse auf der Schule auf. Unkontrollierte Prügeleien gibt es nicht. Die Wächter, eine Art Schutztruppe, bestimmen, wer und wann für sein Verhalten bestraft wird. Steht eine solche an, klebt am schwarzen Brett ein gelber Zettel. Wer die Wächter sind, ist nur einer erlesenen Hand der Schüler bekannt. Um an Informationen über die Schüler zu gelangen, verfügen die Wächter über ein weit verzweigtes Spitzelsystem. Zunächst ist Elliot geschockt; doch schon bald schleicht sich bei ihm das Gefühl ein „Lieber die als ich.“ Aber dabei bleibt es nicht; eines Tages wird ihm angeboten, sich den Wächtern anzuschließen. 

Plötzlich taucht in Elliots Kopf wie aus dem Nichts eine Stimme auf, so als beginne er, schizophren zu werden. Diese versucht ständig, aus Elliot einen Machtmenschen zu formen. Und die Vorstellung, sich vom Opfer in einen Herrscher verwandeln, gefällt Elliot immer mehr. Irgendwann bemerkt Elliot, dass er so viele verschiedene Rollen spielt, dass er darüber ganz vergessen hat, wer der „wahre“ Elliot ist. Nur seine Englischlehrerin wird auf seine Wandlung aufmerksam. Doch um nicht eine seiner Masken fallen lassen zu müssen, vernichtet er sie gnadenlos. 

Graham Gardner verwendet zwei Erzählperspektiven. Aus der Außensicht erfahren wir alles über das Verhalten Elliots und seiner Mitschüler; doch immer aus einer Interpretation des Erzählers heraus. Doch warum Elliot so und nicht anders handelt, erzählt Elliot selber aus der Innenansicht als Ich-Erzähler. So ergeben sich überraschende Gegensätze. Und die Geschichte gewinnt an Glaubwürdigkeit und Tiefe. Der Titel „Die Wächter der Nacht“ können beim Hoerer jedoch völlig andere Erwartungen auslösen. Primär, so könnte man vermuten, geht es darum, wie eine Gruppe von Schülern die restlichen tyrannisiert. Die Beschreibungen dieser Gewalttätigkeiten kommen zwar vor, sind aber weder so detailliert beschrieben, dass man davon Albträume bekommen kann. Aber auch nicht so harmlos, dass man sie nicht nachvollziehen kann. Primär geht es Graham Gardner darum, dass jeder irgendwann vor der Wahl steht, sich für irgendetwas zu entscheiden. Elliot wird in viele verschiedene Situationen gebracht, die einzig dazu dienen, seiner Persönlichkeit eine weitere Maske hinzuzufügen. Dabei sind die meisten gelungen; man hoert und versteht gleich, um was es dem Autor geht. Um die Story zu entwickeln, entwickelt er einen Sidekick, einen Begleiter: die Stimme im Kopf von Elliot – eine außergewöhnliche, aber gut funktionierende Idee. Doch gegen Ende des Romans scheint ihm das Gefühl für das unterhaltsame Maß abhanden gekommen zu sein. Die Liebesgeschichte und die Entwicklung der Fast-Freundschaft zwischen ihm und Ben ziehen sich zu lange hin. Auch mit den Zitaten und Anspielungen auf George Orwells "1984" meint es der Autor zu gut; viel kann auch zuviel sein.

Dem Sprecher Andreas Piechmann gelingt es mühelos, sich in das Hoerbuch einzufinden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob er den Kommentator oder Elliot selber liest. Immer findet er den richtigen Ton. Allerdings muss man fairer Weise auch sagen, dass dieses Hoerbuch nicht zu den Titeln gehört, die außergewöhnliche Sprachkunststücke erfordern. So bleibt Herrn Piechmann auch wenig Gelegenheit, zu glänzen. Doch wenn der Text es zu lässt, lässt er die Stimmbänder spielen. Bestes Beispiel hierfür sind die Passagen, in denen Elliot innerlich vor Angst zittert oder die Stimme in seinem Kopf die Überhand zu gewinnen scheint. Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, geht dem Hoerer kein Quäntchen der vom Autor gewünschten und vom Sprecher adäquat umgesetzten Stimmung verloren. Wie immer bei einer werkgetreuen Umsetzung von Text gewinnt das Hoerbuch gegenüber der Printausgabe nochmals an Intensität und Schrecken. Gerade bei diesem Thema ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Bringt man so doch dem jugendlichen, evtl. politisch nicht ganz so motiviertem Hoerer einige der Mechanismen der Marktwirtschaft näher; und auch gefährlicher gesellschaftpolitischer Tendenzen: „Macht um der Macht willen“ und „Macht korrumpiert“.

Rezensent: Wolfgang Haan





Verlagsinformation

HoerbuchHamburg:

Deutscher Jugendliteraturpreis 2005.
Tatort Schule – Ein beklemmender, gelungener Roman über Unterdrückung und Mobbing.

Elliot war an seiner alten Schule drei Jahre das Opfer, er wurde gequält, verfolgt und geschlagen. An seiner neuen Schule erfindet er einen neuen Elliot, der sich cool kaltblütig und abgebrüht gibt. Doch er gerät immer mehr in Konflikt mit seiner neuen Rolle.


CBT Randomhouse:Von Gewalt, Macht und Verführung

Der 14-jährige Elliot, selbst jahrelang geprügeltes Opfer seiner Mitschüler, erfindet sich nach einem Schulwechsel einfach neu. Kaltblütig und abgebrüht, sodass ihn nie wieder jemand verletzen kann. Tatsächlich werden auch an seiner neuen Schule schwache Schüler gequält, aber diesmal gehört Elliot nicht dazu. Im Gegenteil: Seine Maskerade ist so gut, dass ihn die „Wächter“ in ihre Reihen aufnehmen. Aber um einer von ihnen zu sein, muss Elliot nun seinerseits andere quälen …
Gardners intensive, schonungslos offene Erzählweise macht Elliots Qualen Seite für Seite fühlbar. Eine verstörende Chronik über Macht, Gewalt und Verführung.

Thema Mobbing – als Schullektüre geeignet.

Deutscher Jugendliteraturpreis 2005



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